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Strompreisentwicklung 2009: Wenig rosige Aussichten

Was sich anfangs Jahr in teils horrenden Tariferhöhungen widerspiegelte und der Strompreisentwicklung 2009 mit einem unguten Gefühl im Magen entgegenblicken lässt, untermauert den Trend, der seit den Siebziger Jahren zu beobachten ist: einen stetigen Anstieg des Strompreises, unterbrochen von nur wenigen Tarifreduktionen.

Als 1998 das Liberalisierungsgesetz in Kraft trat und dem Staat die Monopolstellung entzogen wurde, galten fortan auch in der Energiebranche die Regeln des freien Marktes: Angebot und Nachfrage bestimmten das Geschehen. Durch diese Maßnahme kam es zu einem vorübergehenden Sturz des Preises.

Dieser fing sich aber relativ rasch auf, im umkämpften Markt kristallisierten sich schnell vier Anbieter, namentlich E.on, RWE, EnBW und Vattenfall, heraus, die die Regeln zu diktieren begannen, den Strompreis bestimmten und auch die Strompreisentwicklung 2009 mitprägen. Obwohl mit dem Liberalisierungsgesetz Monopolisten wegbugsiert wurden, nehmen auch die vier Stromgesellschaften eine monopolähnliche Stellung ein: Preissteigerungen, teils höher als vor der Liberalisierung, sind keine Seltenheit.  

Als man zur Jahrtausendwende zunehmend die positive Nutzung des Ökostroms entdeckte, wurden mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz allgemein gültige Regeln im Umgang mit Alternativenergie darin verankert. Der gute Ansatz, klimafreundlichen Strom zu generieren, ließ den Strompreis in die Höhe schnellen: Die Netzbetreiber sahen sich fortan verpflichtet, Ökostrom zu einem Mindestpreis abzunehmen, der vielfach über dem Preis des „Normalstroms“ lag. Stärker denn je wird heute der Nutzung erneuerbarer Energie Aufmerksamkeit beigemessen. Die Energiequellen haben auch Auswirkungen auf die Strompreisentwicklung 2009 - die Förderung des Ökostroms ist trotzdem unerlässlich.

Der Strompreis sorgt in regelmäßigen Abständen für Schlagzeilen, meistens für negative: Tariferhöhungen im Zweijahrestakt, teils mit drastischen Preissteigerungen verbunden, ließen die Verbraucher in den vergangenen Jahren erschüttern. 2005 stieg der Preis innerhalb eines halben Jahres um 30 Prozent, 2007 sorgten Erhöhungen von bis zu 34 Prozent für Unmut und das Jahr 2009 wurde medial bereits als „Strom-Horror-Jahr“ tituliert.

Die bisherigen Taten und die Perspektiven lassen Böses für die Strompreisentwicklung 2009 erahnen: Zum Jahreswechsel hoben 354 Versorger ihre Preise um durchschnittlich 8.5 Prozent an. Und obwohl die Vorstände der deutschen Stromgiganten zu den bestbezahltesten Managern des Landes gehören – RWE-Konzernchef belegt Platz 2 in der Gehaltsrangliste der Dax-30-Unternehmen – belasten immer höhere Kosten die Haushalte der Verbraucher. RWE hat bereits angekündigt, im April die Tarife um satte 7 Prozent zu erhöhen. Wenig rosige Aussichten für die Strompreisentwicklung 2009.